Am 28. Juni 2018 wurde die Ausstellung des Hamburger Malers Max Graf von Schwerin in den Räumen der Facharztklinik Hamburg eröffnet.

Feste Termine sind neben der Eröffnung ein Künstlergespräch am 12. Juli 2018 um 19:00 Uhr in der Facharztklinik sowie die Finissage am 26.7.2018 ebenfalls um 19:00 Uhr jeweils in den Räumen der Facharztklinik Hamburg (Verwaltungstrakt)… Max von Schwerin ist ein junger, origineller und unkonventioneller Maler, dessen Arbeiten von philosophischen und psychologischen Gedanken durchdrungen sind. Er ist 1982 in Köln geboren, hat Philosophie, Geschichte und Deutsch in Göttingen studiert um anschließend ein Kunststudium in Hamburg zu absolvieren. Sein Stil und seine Technik sind unkonventionell. Er nennt seine Technik bipolar und malt konsequent in dieser Technik. Nach einer Findungsphase, die von den deutschen Expressionisten beeinflusst war, hat er sich seit 2015 der bipolaren Technik zugewandt. Seine Werke lassen eine Spannung zwischen den unbewussten Emotionen des Künstlers und einer eher bewusste Gestaltung entstehen. Auf diese Art und Weise sollen Emotionen den Betrachter erreichen und möglicherweise ergreifen. Er lässt einen Strich  – durch die Bildfläche wandeln und zunächst einmal die Formen bilden. Dieser ist  ununterbrochen und entspringt dem Unterbewusstsein des Künstlers. Auf eine konventionelle Bildkomposition (in der Fläche und in der räumlichen Darstellung des Bildes) wird zunächst verzichtet. Es entsteht eine sich selbst tragende Komposition. Anschließend werden Farbe und grafische Linien aufgetragen, die eher aus dem bewussten Erleben des Künstlers stammen und die Gestaltung vollenden. Beide Pole sind im bewussten und unbewussten Erleben des Künstlers verankert, treffen aufeinander und bringen mit sich eine bipolare Darstellung – eine emotionale Spannung. Daher auch die Bezeichnung des Künstlers (bipolare Technik). Das für den 12.7.2018 anberaumte Künstlergespräch in der Facharztklinik verspricht heute noch sehr interessant und spannend zu werden. In wie fern in der Wahrnehmung der bipolaren Technik ein Bogen zu Freud aufgespannt werden kann, werden wir mit Spannung abwarten.

Ars & Humanitas e. V. Hamburg ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die Förderung von Kunst und sozialen Projekten auf die Fahnen geschrieben hat. Auf einen Benefizkonzert des Vereins angesprochen, äußerte der Künstler sofort sein Interesse, auch selbst für das aktuelle  Projekt durch seine Kunst beizutragen. Schließlich der dritte im Bunde – die Facharztklinik Hamburg ist seit geraumer Zeit ein Grosssponsor des Projekts…

Und das Projekt? Ein Revitalisierungsprojekt in Bulgarien… Was soll da revitalisiert werden? Nicht mehr und nicht weniger als ein Landstrich… gut, erst mal ein Dorf. Ein Dorf? Und warum ausgerechnet in Bulgarien? Weil Bulgarien ein Land ist, welches uns gleichzeitig sehr nah und sehr fern ist… Sehr nah – weil die Hauptstadt Sofia lediglich zwei Flugstunden entfernt von Hamburg liegt, weil es sie auf der Landkarte Europas gegeben hat, noch bevor die meisten europäische Hauptstädte auf diese Landkarte aufgetaucht sind und schon dadurch ein Teil der europäische Geschichte und Kultur ist. Sehr fern, weil Land und Leute (seit 2007 Mitglied der europäischen Union) einen noch sehr langen Weg haben, und eine Menge Hausaufgaben zu meistern haben um wirklich in der Europäischen Union anzukommen. Aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt…

Noch ein paar Worte zur Klärung des Hintergrunds. Derzeit ist Bulgarien das Land in der Europäischen Union das am stärksten von einer Landflucht der Bevölkerung betroffen ist. Es gibt im Land dutzende Dörfer in denen nur noch ein bis fünf Einwohner leben. Viele sind in die Großstädten geströmt, auf die Suche nach Auskommen, und von dort natürlich auch in die ganze Welt, nicht zuletzt in Hamburg gelandet (mache gestrandet)… Unter den Hamburger Obdachlosen, die der Facharztklinikarzt und Ars & Humanitas Mitbegründer Dr. Christo Alexiev über das diakonische Werk Hamburg betreut hat, sind auch diese Menschen, die in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sahen. Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang gilt der Satz: wie fern und gleichzeitig wie nah!

Nun wird es etwas klarer wohin die Reise gehen soll… Das Projekt selbst ist Hilfe zur Selbsthilfe! Lange bevor Ars und Humanitas e.V. auf dem Plan erschienen ist, hat sich ein orthodoxer Priester diese Gedanken gemacht. Mit seinen naturgegebenen und gleichzeitig professionellen Gegebenheiten, ist es ihm gelungen eine Medienpräsenz aufzubauen und dadurch Spenden einzusammeln. Mit diesen Spenden hat er unter anderem in einer strukturschwachen Gegend, in dem verarmten Nordwesten des Landes (in dem fruchtbaren Donautal) in eine Gemeinde, die mal 8000 Seelen zählte und auf wenige 100 geschrumpft ist, ein Haus mit Grundstück nach dem anderen gekauft um dort junge Familien anzusiedeln. Diese junge Menschen waren selbst als Gestrandete in der Großstadt in der Obhut des Pastors. Mittlerweile sind es 80 Häuser geworden. Die Neuankömmlinge zählen mit ihren Kinder schon an die 300 Menschen. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es sich bisher um ein Projekt handelt, dass ausschließlich durch Spenden finanziert ist. Der Bulgarischer Staat und die orthodoxe Kirche Bulgariens haben ohnehin nicht Mittel in Überfluss… Europäische Hilfsmitteln sind bis dato auch nicht geflossen, wahrscheinlich weil es noch keiner richtig beantragt hat… Nicht desto trotz sind die Menschen da, betreiben Landwirtschaft und Viehzucht in einer Art Kommune und kämpfen täglich um ihr Dasein. Ars & Humanitas e.V. Hamburg hat vor fünf Jahren unter anderem dazu beigetragen, dass ein Traktor mit Zusatzgeräte vor Ort angeschafft werden konnte. Das aktuelle Anliegen geht weiter: geplant ist eine Poliklinik vor Ort, In der medizinische Grundversorgung angeboten werden kann,  auch für Menschen, die vor Ort nicht in der glücklichen Lage sind eine Krankenversicherung zu haben. Noch gibt es davon in Bulgarien nicht wenige.

Die Facharztklinik Hamburg hat im letzten Jahr gebrauchte medizinische Geräte und Ausrüstung sowie Mobiliar für die Poliklinik zur Verfügung gestellt. Ein 30t LKW (gesponsert von der Firma Schenker) hat die Hilfsgüter von Hamburg ins Balkanland gebracht. In Planung ist schon der nächste Transport. Mit Geld, das von Ars und Humanitas zur Verfügung gestellt werden konnte, wurde ein entsprechendes Gebäude renoviert, so dass die Eröffnung der Poliklinik für den Herbst dieses Jahres geplant ist. Großzügige Spender aus  Hamburg und bundesweit haben dazu beigetragen.