Sommerferien in Hamburg

Sommerferien in Hamburg

 

Heute beginnen in Hamburg die Sommerferien. Auf den Autobahnen und auf dem Flughafen startet die Reisewelle. Wer schon einmal von Ihnen geflogen ist, kennt vielleicht das Druckgefühl auf den Ohren? Wir haben Herrn Dr. Thiemo Kurzweg, einen unserer Operateure und niedergelassener Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, zu dem Thema interviewt:

Dr. Thiemo Kurzweg

Herr Dr. Kurzweg was passiert eigentlich wenn sich das typische Gefühl von Druck auf dem Ohr bemerkbar macht:

Um das zu erklären, muss man wissen, wie das Mittelohr aufgebaut ist. Das Mittelohr ist ein luftdicht abgeschlossener und mit Schleimhaut ausgekleideter Raum. Die Schleimhaut verbraucht Luft und so entsteht ein leichter Unterdruck. Nach außen hin gibt es nur 2 Verbindungen im Mittelohr: das Trommelfell, das ja in der Regel intakt und damit luftdicht ist und die Eustachische Röhre, die Verbindung zwischen Nasenrachen und Ohr. Sie wird auch Ohrtrompete oder Tubea eustachii genannt. Im Ruhezustand ist sie verschlossen, beim Schlucken ziehen verschieden Muskeln an ihrem Eingang, dadurch wird der durch die Schleimhaut verursachte Unterdruck im Mittelohr entlastet. Unbewusst machen wir das viele Male in der Minute.

Was passiert beim Fliegen im Ohr:

Wenn das Flugzeug startet oder landet, verändern sich trotz modernster Flugzeugtechnik die Druckverhältnisse im Flugzeug, hierdurch wird die Druckdifferenz zwischen Mittelohr und den äußeren Verhältnissen erhöht. Das Trommelfell ist anatomisch so aufgebaut, dass hier viele Nerven verlaufen und der Druckunterschied besonders schnell bemerkt wird.

Was kann ich machen, wenn ich im Flugzeug ein Druckgefühl spüre?

Wenn es akut auftritt versuchen Sie so zu tun, als würden sie Kaugummi zu kauen oder schlucken Sie trocken. Man kann aber auch das so genannte „Valsalvamanöver“ zum Druckausgleich anwenden: Hierbei wird die Nase mit den Fingern verschlossen und anschließend Luft in die Ohren gepustet, bis das Trommelfell knackt.

Vorbeugend kann man vor dem Flug abschwellenden Nasentropfen nehmen. Oder sich Ohrstöpsel kaufen, die mit einem speziellen Druckfilter ausgestattet sind und den Druckunterschied langsam abbauen.

Und was kann schlimmstenfalls passieren?

Besteht der Unterdruck dauerhaft im Mittelohr, führt dies zu einem Umbau der Schleimhaut und zur Bildung von Flüssigkeit, sodass ein Erguss im Mittelohr entsteht (Paukenerguss). Sollte dies der Fall sein, muss ein HNO-Arzt aufgesucht werden, mit dem die weitere individuelle Behandlung abgestimmt wird. In besonders schweren Fällen kann der HNO Arzt auch zu einer Adenotomie (der Entfernung der Rachenmandel), einer Trommelfellparazentese (Schnitt ins Trommelfell) oder dem Einsetzen von Paukenröhrchen raten. Nur sehr selten kann es zu einem Barotrauma kommen, bei dem Mittelohrstrukturen beschädigt werden.

 

Bei diesem und vielen weiteren Beschwerden, helfen Ihnen unsere HNO-Ärzte gerne weiter.

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